FESTIVAL MIT KLEINKIND - DER BERICHT

[ Aufgrund starker Schwangerschaftsbeschwerden war es sehr still hier auf dem Blog. Ich denke / hoffe das ändert sich jetzt langsam wieder]

Vorab möchte ich nochmal kurz beschreiben wie der Alltag mit Onno aussieht. Onno kann sich sehr sehr gut alleine beschäftigen. Wenn wir zu Hause sind kann ich mich theoretisch den ganzen Tag auf das Sofa setzen und Onno spielt. In den letzten Wochen ging es mir die meiste Zeit so schlecht, dass dies auch meistens der Fall war. Noch dazu ist Onno schon immer ein unglaublich guter Schläfer. Immer alleine , in seinem Zimmer, in seinem Bett. Einfach hinlegen und raus gehen und am nächsten morgen ruft er nach Mama und Papa wenn er wach ist. Also wirklich ein entspanntes Kind. ZU HAUSE.

Hier sitzt Onno mal. Kam nicht allzu oft vor ;)

Auf dem Festival sah die Welt dann ganz anders aus. Onno 4 Wände um ihn herum war die Welt schier Grenzenlos. Wo Mama ist? Total egal. Der ganze Tag bestand quasi darin, dass Onno weggelaufen ist. Das verüble ich ihm gar nicht. Viele Menschen - viele Eindrücke, viel frische Luft. Natürlich will Onno dann die Welt entdecken. Für mich allerdings war das ganze so anstrengend, dass es nicht auszuhalten war. Bedenkt man das ich vorher zu Hause auf der Couch lag oder im Krankenhaus und dann plötzlich nur laufen, Kind hochheben, Kind tragen. Nahezu ununterbrochen. Und das schwanger. Meine Oberschenkel haben einen mörderischen Muskelkater, ich kann kaum vom Stuhl aufstehen und die ersten Meter Laufen sind eine Qual. Natürlich waren noch andere Menschen bei uns. Aber Onno ist natürlich mein Kind und ich bin diejenige die hinterherrennen muss, wenn dieser mal wieder alles ansteuert was mögliche Gefahrenquellen sind. Ich bin sehr dankbar das ich auch ein paar Mal sitzen bleiben konnte, aber da ich diese Leute dort kaum kannte (und die die ich kannte ja selbst ein Kleinkind dabei hatten) wollte ich natürlich auch niemandem bitten sich um mein Kind zu kümmern. Nebenbei wollte ich auch gar nicht erst sagen, dass ich nicht mehr kann. Anderen macht es nun mal nichts aus ein paar Schritte zu laufen. Ich hab schließlich noch zu den anderen Gegebenheiten einige Kilos zu viel auf den Rippen.
Wäre Onno's Papa mit dabei gewesen, hätte die Welt schon wieder GANZ anders ausgesehen. Dann hätte ich auch mal 5 Minuten entspannen können. Denn selbst wenn sich jemand anderes kurz um Onno gekümmert hat, hatte ich ein Auge darauf und ein schlechtes Gewissen, dass ich jetzt einfach da sitze. Noch dazu war es ja dann so, dass die kleine Freundin eben auf dem Festival ein mega entspanntes Kind war. Eigentlich ist sie nie weggelaufen. Und wenn dann doch waren ja schließlich Mama UND Papa da. Im Kinderwagen ist die kleine Maus einfach eingeschlafen. Während Onno NUR geschrien hat. Das geht so an die Nerven das man kurz davor ist sich auf den Boden zu schmeißen und einfach nur noch zu weinen. Das habe ich natürlich nicht gemacht. Ich wollte keine Schwäche zeigen, ich hab mich ja schließlich auf das ganze eingelassen und wollte nicht noch mehr Stress machen.

Das Schlafen war natürlich anfangs auch nicht leicht. Nicht sein Bett, nicht sein Zimmer, alles laut. Andere Kinder schlafen ein wenn Mama oder Papa daneben liegen. Das hat Onno ja noch nie gemacht. Er muss alleine sein. So können sich die Dinge die im Alltag das Leben entspannt machen, in anderen Situationen total unentspannt sein.

Wie ihr also seht, war das Festival nichts für uns. Für mich alleine - gar kein Thema. Die Wege zum Gelände wären trotzdem sehr anstregend für mich gewesen, aber ich hätte ja auch mit dem Shuttlebus fahren können. An sich fand ich es sehr schön dort. Direkt am See, Musik und Menschen um einen herum. Das hat mir gut gefallen.


Was man auf jeden Fall nicht vergessen darf, es ist laut - auch nachts. Manche Kinder stört das, manche nicht. Außerdem lauern überall gefahren. Die Menschen grillen , die Zelte stehen eng (überall Schnüre), der See war in diesem Fall nur wenige Meter vom Zelt entfernt und es liegen natürlich etliche Dinge auf den Wegen. In Onno's Fall war einfach ALLES interessant.

Ich kann jetzt aber KEINESFALLS davon abraten ein Festival mit Kleinkind zu besuchen. Mit Onno's kleiner Freundin hat alles super geklappt. Es hätte genauso gut anders laufen können. Es kommt immer aufs Kind an und es ist so oder so eine Erfahrung das einfach mit seinem Kind auszuprobieren wenn man Lust hat. Man kann zur Not immer noch - so wie ich - früher abreisen. Und ein paar neue Eindrücke und viel frische Luft nimmt man so oder so mit! Auch das Kind.

Ich hoffe es geht mir weiterhin besser und ich kann euch demnächst mal wieder etwas über die Schwangerschaft und unseren (meist entspannten) Alltag erzählen.


EDIT: Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich mir schon beim ersten "Lauf" einen Wolf gelaufen habe und natürlich jeder Schritt schmerzhaft war. Dank dicker Beine und Haremshose. :D


Kommentare:

  1. Oh je, genauso würde es bei uns auch laufen. Paul rennt, egal, wo man draußen ist, immer weg. Man ist nur am hinterherrennen. Sehr anstrengend. Ich bin schon wesentlich weniger mit ihm draußen in letzter Zeit, weil das hochschwanger natürlich noch dreifach anstrengend ist. Ein Spielplatz, der geht, denn den kann man zu machen und dann kann er nicht abhauen.
    Paul ist da einfach auch mega der Entdecker, was ich ansich ja toll finde, aber bisschen nervig ist es eben auch. Er dreht sich auch ewig nicht um, wenn er weg rennt.
    Der wäre auf so nem Festival auch niemals so ruhig gewesen, wie Onnos Freundin. Und im Wagen geschlafen hätte er auch nicht. Im Zelt dann vielleicht schon eher, denn (laute) Musik macht ihm nichts aus (hatten hier ja grad Kieler Woche und ne Bühne direkt neben unserem Haus, hat ihn null gestört) und er schläft gut neben uns ein.

    Hoffe, du kannst jetzt ein paar Tage etwas entspannen.

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  2. Oh je das klingt ja wirklich hochgradig anstrengend. Trotzdem Respekt, dass du den Versuch Festival mit Kleinkind gewagt hast!
    Lg Anna

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  3. Hey Ka :) Ich habe dich für den Liebster-Blogger-Award nominiert. :) Alle Infos findest Du hier: http://diesmalrichtig.blogspot.de/2014/07/liebster-blogger-award.html
    Viele Grüße!

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  4. Wenn Onno mal älter ist, kann ich dir das pangea festival ans Herz legen, bedingt uch das Open-flair. Pangeao ist herrlich für Kinder ab dem Grundschulalter :)

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