WIR SIND JETZT 4.


Für alle die es noch nicht mitbekommen haben. Wir sind jetzt vollständig. Unsere Karla ist heute schon 1 Woche alt. Es war eine wundervolle 1. Woche zu 4. Vollgepackt mit Glück und Liebe!Für dieses kleine friedliche Wesen und ebenso für den stolzen, großen Bruder. "Großer" Bruder trifft es auf den Punkt. Seit Karla da ist wirkt Onno plötzlich so riesig und groß, nicht nur optisch gesehen.
In dieser ersten Woche haben wir noch nicht sonderlich viel gemacht. Eigentlich waren wir nur zu Hause. Es war schon fast ein bisschen langweilig, denn nach den 9 Monaten Schwangerschaft, von der mir wohl nichts positives in Erinnerung bleiben wird fühle ich mich jetzt herausragend. Endlich habe ich wieder Kraft und vor allen Dingen Freude.

Da ich von der ersten Woche zu 4. also nicht wirklich viel berichten kann - außer das Onno total verliebt in seine kleine Schwester ist und noch in keiner Sekunde Eifersucht gezeigt hat und das Karla bisher ein total friedliches Baby ist - lasse ich euch einen Geburtsbericht da.

Von Weihnachten bis Ende Januar:
In unseren Köpfen (meinem und dem von meinem Freund) ging alles ja eigentlich schon an Weihnachten los. Zu dem Zeitpunkt, als mich meine Frauenärztin mit geöffnetem Muttermund und verkürztem Gebärmutterhals fast ins Krankenhaus eingeliefert hätte und sich für uns wünschte das Baby würde wenigstens noch bis 2015 warten. Wir waren darauf eingestellt, dass es jeden Tag soweit wäre, dass klein Karla geboren wird. Neben den ganzen körperlichen Beschwerden die ich hatte und die mich auch enorm psychisch belastet haben, hat man sich dadurch noch mehr verrückt gemacht. Da ich bei Onno nur ganz kurz vor der Geburt ein paar Wehen hatte, war jedes ziepen und jede kleine Wehe jetzt ein Alarmsignal - ein mögliches Startzeichen für die Geburt. Einmal bin ich dann auch mit Fehlalarm ins Krankenhaus gefahren. Das war mir sehr unangenehm und hat mich erneut niedergeschlagen.

28. Januar:
An diesem Tag hatte ich von morgens bis Abends Wehen. Immer mal wieder im 5 Minuten-Takt und schon ziemlich unangenehm. Aber ich wollte nicht erneut ins Krankenhaus fahren nur um dann wieder nach Hause geschickt zu werden. Nachmittags hatten wir sogar noch Besuch von der Krabbelgruppe. Wir sind recht lange wach geblieben, weil die Wehen einfach nicht weggingen und so regelmäßig kamen, das wir dachten es ginge vielleicht wirklich los. Irgendwann war ich dann von diesem "Wehen-Tag" allerdings so erschöpft, dass ich beschlossen hatte ins Bett zu gehen. Tatsächlich spürte ich ab da auch keine Wehen mehr. Ich denke Karla wollte, dass ich mich nochmal ein bisschen ausruhe.

29. Januar:
Ich wurde um kurz vor 7 wach. Ich hatte gut geschlafen und die Nacht war wirklich ruhig. Aber kaum war ich aus dem Bett aufgestanden, setzten die Wehen des Vorabends wieder ein. Ich spielte schon direkt mit dem Gedanken ins Krankenhaus zu fahren. Die Betreuungssituation für Onno konnte so gut gelöst werden, da es ja tagsüber war und dadurch war ich eher bereit ins Krankenhaus zu fahren und zur Not eben wieder zu fahren. Ich überlegte noch und packte aber nebenbei schon alles soweit zusammen. Die Wehen wurden langsam stärker, also riefen wir meine Tante und meine Mutter an, damit jemand zu uns kommt. Kurz darauf klingelten wir bei der Nachbarin, ob sie so lange zu uns kommen kann bis meine Tante angekommen ist. So konnte Tobi direkt mit ins Krankenhaus fahren. Wir riefen also dann den Krankenwagen.
Ein paar Minuten später -gegen 8 Uhr- war der Krankenwagen auch schon da. Ich wurde gefragt in welcher Woche ich sei und in welchen Abständen die Wehen kommen. Da war ich gerade bei alle 3 Minuten. Wir setzten uns rein und der Krankenwagen fuhr los. Auf der Fahrt wurden meine Wehen so heftig das ich schon immer rumgeschrien habe. Aus welchem Grund auch immer, ist der Krankenwagen allerdings ohne Blaulicht gefahren und so ziemlich jede Ampel war rot. Ich dachte ich werde gleich verrückt... Wozu fahre ich mit dem Krankenwagen? Erwähne noch wie häufig die Wehen kommen und das mein erstes Kind schon sehr schnell auf die Welt gekommen ist?
Gegen 08:25 erreichten wir das Krankenhaus und beim Aussteigen meinte einer der Sanitäter noch: "Ich hab auf die Uhr geguckt - alle 2 Minuten Wehen, dass sollte ja jetzt schnell gehen." Ähm, ja.... schön das ihm das auch aufgefallen ist.
Ich musste dann auf der Liege in den Kreißsaal gefahren werden.
Von der Trage habe ich direkt das Kreißbett angesteuert und Tobi gebeten mir schnell Schuhe und Hose auszuziehen. Die Hebamme wollte mich in der nächsten Wehenpause untersuchen. Da diese allerdings so kurz waren, war das etwas schwierig. Sie tastete den Muttermund auf 8 cm und meinte bei der nächsten Wehe wäre er vollständig geöffnet. Ich solle diese Wehen dann noch wie eine Lokomotive veratmen und danach dürfe ich pressen sofern ich den Drang dazu hätte.
Mir wurde dann noch ein Zugang gelegt.
Der Drang zu pressen war nicht da. Bei Onno hatte ich den total. Trotzdem fing ich an zu pressen, da die Schmerzen so unerträglich waren. Und dann kam sie. Ich hatte wirklich das Gefühl innerlich zu zerreißen und ich habe so laut geschrien als würde ich gleich sterben. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit bis Karla dann um 08:46 geboren war. Es war alles viel schmerzhafter als bei Onno, allerdings ging alles auch nochmal viel schneller. Ich war gerade mal 20 Minuten im Kreißsaal.
Ich kann auch nicht behaupten, dass die Welt in Ordnung war, als Karla geboren war, denn die Nachwehen waren noch sehr heftig und es dauerte bestimmt nochmal 5-10 Minuten bis die Nachgeburt kam. Zum Glück bin ich aber nicht gerissen oder geschnitten worden.

Im Anschluss mussten wir noch ein paar Stunden im Krankenhaus verbleiben bis meine Blutung etwas nachgelassen hatte und die Kinderärztin nach Karla geguckt hat. Wir sind dann um 17:30 als 4-köpfige Familie nach Hause gefahren.

Die erste Begegnung von Onno und Karla war kurz nach der Geburt. Allerdings war Tobi mit Karla bei Onno und meiner Mama draußen vor dem Kreißsaal weil dort ein wenig Chaos herrschte und somit war ich leider nicht dabei. Onno war aber total fasziniert und hat sich Karla genau angesehen. "Karla Finger, Karla Daumen, Karla Haare, Karla Füße..."
Das macht er nach wie vor jeden Tag. Sich Karla anschauen, ihre Körperteile benennen, sie küssen und streicheln. Es ist wirklich sehr schön das mit anzusehen.

Nun ist die erste Woche vorbei. Tobi muss erst am 16.1. wieder zur Arbeit und dann geht der Alltag erst richtig los. Wir sind so glücklich, gespannt, erleichtert und verliebt in unsere Familie. Das wird unser Jahr!


Kommentare:

  1. Sooo viele schwarze Haare, das ist ja entzückend! Meinen herzlichsten Glückwunsch :)

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  2. Herzlichen Glückwunsch!!!! Ich wünsche euch alles Gute und eine wundervolle Anfangszeit! Onno macht sich ja schon super. Liebe Grüße, Antonia

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  3. Ganz herzlichen Glückwunsch und auf ein wunderbares aufregendes 1. Jahr zu viert!

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