1000 TAGE ONNO


Was für eine Zahl. 1000 Tage Onno. Natürlich ein toller Anlass um nochmal etwas über seine Entwicklung zu erzählen. Gerade in den letzten Tagen habe ich das Gefühl es ist so viel passiert.

Vor 1000 Tagen habe ich mein erstes Kind geboren und ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer, worauf ich mich einlasse. Man hört davon, dass Kinder etwas einzigartiges sind und das Kinder unglaublich anstrengend sein können und einen teilweise sehr einschränken.
Das sich aber tatsächlich die ganze Welt dreht, habe ich so nie geglaubt. Das mein Kind pures Glück bedeutet und das mein Kind mich so wahnsinnig machen kann, dass ich stark an meine Grenzen komme DAS war mir nicht annähernd bewusst. Mein Onno bedeutet mir so unglaublich viel, dass er es schafft alle Möglichen Gefühle aus mir herauszuholen. Von Stolz, Liebe bis hin zu totaler Wut, es ist alles drin. Ich denke, dass kennt so ziemlich jede Mutter.

So ein kleines Kind entwickelt sich so schnell, dass so viele kleine Schritte in Vergessenheit geraten. Da hilft auch das Dokumentieren, Fotografieren und Filmen nicht. Wenn ich mir die ganzen alten Erinnerungen anschaue ist es, als wäre es viele Jahre her. Als wäre dort ein anderes Kind. Es ist einfach alles so unwirklich.

In der letzten Zeit beobachte ich Onno und höre ihm zu. Und es haut mich um. Erst gestern sah ich ihm zu wie er auf dem Sofa saß. 2 Dino´s in der Hand die untereinander einen Dialog führten. Draußen auf dem Spielplatz spielte er ganz alleine im Sand und erzählte die ganze Zeit was er alles so macht.



Ich habe gemerkt JETZT beginnt die aller schönste Zeit und ich versuche jeden Moment zu genießen. In dem Wissen, dass ich mich auch daran in 2 Jahren nicht mehr erinnern kann. Nur so, als hätte ich einen Film gesehen. Onno entdeckt die Welt und lässt uns daran teilhaben. Mit seinen Geschichten und seinem lauten lachen! Indem er uns sagt was er lustig und was er schön findet und uns voller Bewunderung erzählt wie das Leben funktioniert.

Mama, die Blumen brauchen Wasser - mit einer Gießkanne!
Mama, da ist ein Ei, da kommt ein Vogel raus!
Aber auch:
Onno und Papa haben einen Penis! Mama und Karla haben ein Kleid!

Viele Dinge, die er so sagt, sind nicht nur einfach nachgesprochen. Er versteht, kombiniert und erzählt das was er erlebt. Das ist so unglaublich spannend. Besonders seid er zur Tagesmutter geht scheint seine Entwicklung einen enormen Sprung gemacht zu haben.

Wir waren auf dem Spielplatz und haben ein Kind getroffen, welches ebenfalls zu seiner Tagesmutter geht. Als wir zu Hause waren wiederholte er immer und immer wieder:
Es war so schön mit M.

Und er ist unglaublich sensibel. Wenn ich mir irgendwo weh getan habe, dann kommt er zu mir und streichelt mich und gibt mir ein Küsschen. Die Worte: "Mama, alles gut" machen wirklich ALLES wieder gut. Und wenn ich manchmal so da sitze und vielleicht meinen Ausdruck nicht so unter Kontrolle habe, kommt Onno zu mir und fragt ganz mitleidig: Mama, was hast du?

Ich wünsche mir, dass er genauso feinfühlig bleibt und trotzdem ganz stark wird. 
Wisst ihr was ich meine?

Oft ist mir bewusst, dass ich viele Dinge besser machen könnte. Oft sind wir auch einfach zu faul immer konsequent zu sein. Ich sehe viele Eltern die es scheinbar anders oder besser machen. Und dann denke ich wieder: Wir machen es genau richtig! Für mich zählt nicht, ob Onno jetzt oft trotzig, besonders verwöhnt oder frech ist. Uns teilweise auf der Nase rumtanzt und Dinge tut, die andere Kinder vielleicht in dem Maße nicht tun. Egal wie viele kleine Dinge wir schlechter machen als andere Familien, ich weiß wir machen einen GUTEN Menschen aus ihm. Wir zeigen ihm was Liebe bedeutet aber auch wie man manchmal überreagiert, wie man ab und zu dort sitzt und weint, wie man eben menschlich ist. Wie man ein offener, toleranter, feinfühliger Mensch mit Ecken und Kanten ist. Und ich glaube, das machen wir ganz gut.


***Die Abenteuer eines Kindes befinden sich in seiner Hosentasche.
Dinge, die für uns Uninteressant oder gar wertlos sind - können doch so wertvoll sein, wenn ein Kind seine Geschichte dazu erzählt und sie aufbewahrt wie einen Schatz.***

Ich freue mich so, dass ich zusammen mit Onno ganz viele Schätze entdecken darf.



Edit: Die Gewinnerin des NUK-Pakets ist übrigens Julia_Trullala
Melde dich bitte bei mir und verrate mir deine Adresse.

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben, so geht es mir mit meiner zehnjährigen Tochter immer wieder. Man hat das Gefühl je größer umso weiter entfernen sich die Kinder, ist ja am Ende auch so, aber trotzdem ist man sich nah. Gerade jetzt merke ich, dass ich meine Tochter nicht vor allem beschützen kann, ich kann sie nur so erziehen dass sie selbstbewusst ist und in den richtigen Momenten die richtigen Entscheidungen trifft.

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  2. Liebe Katha.
    Das hast du so schön geschrieben. Es beschreibt ganz gut die Gefühlswelt einer Mutter, die wie eine Achterbahnfahrt ist. ;)
    Ich liebe meine kleine Lausemaus über alles, sie ist so süß und zeigt uns auch jeden Tag wie lieb sie uns hat, aber trotzdem gerate ich fast täglich an meine Grenzen. Ich konnte mir das auch bie vorstellen, dass ein Kind einen so einnehmen kann und man eine Zeitlang irgendwie kein eigenes Ich oder eigene Bedürfnisse hat. Diese Zeit ist so intensiv und geht so schnell vorbei. Ich wünschte, ich hätte es damals mehr genießen können. Nun ist die Lausemaus schon 18 Monate alt und ich frage mich, wo ist nur die Zeit geblieben.
    Vielen Dank für so einen tollen Artikel!
    Liebe Grüße aus Hamburg, Rut

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  3. Kinder sind schon wunderbare Menschen. Man muss keine aus ihnen machen. Kinder sind in meinen Augen bessere Menschen als die meisten Erwachsenen. ♡

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