ÜBER DAS DASEIN ALS MAMABLOGGERIN

Wenn ich ehrlich bin, finde ich hat man es in der Bloggerwelt nirgends so schwer wie als Mama Bloggerin. 
Warum? 
Die meisten die einen Mamablog lesen, sind selbst Mütter. 
Alle tragen Verantwortung die für ihre Kinder. 
Alle haben Prinzipien. 
Und alle legen ihre Schwerpunkte,
aber alle legen sie anders!

Jeder hat sein eigenes Verständnis von Richtig und Falsch und muss es im anonymen WWW leider oftmals allen auf die Nase binden, die die Dinge anders sehen. Ich sehe auch bei mir nicht davon ab, dass ich hier und da denke: Oh je, also das finde ich ja ganz schrecklich, so würde ICH das NIE machen. Allerdings sind das meine Gedanken. Ich würde niemals auf die Idee kommen, diese Gedanken in diesem Moment mit zu teilen. Egal ob mit freundlicher Kritik (oft auch: so tun als ob) oder gar ungerechte bis gehässige Worte. 

Na klar, das hier ist das Internet. Alles was öffentlich ist, darf kommentiert werden. Ich höre oft den Satz: Wenn man kritische Themen öffentlich macht, muss man mit Kritik rechnen. Ich sehe das ganz aber dennoch anders. Diskussionen sind das eine - aber das, was dabei rum kommt ist meist etwas anderes. Es ist das Beharren auf der eigenen Meinung. Die Meinung, dass es nur SO richtig ist und absolute Intoleranz dem Gegenüber. 

Ich bekomme zum Glück selten wirklich offensichtlich böswillige Kommentare, aber dennoch kommen sehr oft Sätze in denen unausgesprochen negative Kritik mitschwingt. Und dann frage ich mich jedes Mal: Wieso? Welchen Grund hat diese Person, dass sie das jetzt unbedingt loswerden muss? Kann sie das nicht einfach so machen wie ich? Weiter klicken / umblättern / wegdrücken und sich seinen Teil denken und dann ist gut?       

Ich würde sagen in 99% der Fälle bringt so ein Kommentar nichts. Nichts außer ein mulmiges Gefühl für denjenigen der "kritisiert" wurde. Ob jetzt offensichtlich oder nicht. Aber hey, ich kann auch zwischen den Zeilen lesen. Klar, es gibt hier nur Zeilen -. ganz ohne Mimik und Gestik. Muss man trotzdem jedes Wort auf die Goldwaage legen? Zweifeln wir Mütter nicht schon von alleine genug an uns? Ich würde behaupten das kaum eine Mutter einfach macht und tut. Die meisten werden sich immer wieder hinterfragen. Habe ich das jetzt richtig gemacht? Müsste ich es anders machen? Wie kann ich es anders machen? Und das ist anstrengend! Mutter sein ist kein leichter Job und wir müssen ihn alle für uns allein machen. Und niemand macht ihn Perfekt. Wir müssen weg von dieser Vorstellung, es perfekt machen zu müssen. Und auch wenn das sicher viele wissen, setzt man sich trotzdem immer wieder selbst unter Druck es besser machen zu wollen. Zu müssen.

Keine Sorge. Es gab keinen persönlichen Auslöser für diese Worte heute. Es ist schon lange her, dass ich mal einen wirklich bösen Kommentar bekommen habe und der hat mir wirklich zu schaffen gemacht. Ich hatte mir von da an vorgenommen, keine kritischen Themen mehr anzusprechen. Aber ich habe gemerkt, wie sehr mich das eingeschränkt hat. Ich habe mir quasi indirekt den Mund verbieten lassen. Bei jeder Kleinigkeit musste ich mich fragen: 
Könnte dazu jetzt wieder ein böser Kommentar kommen? 
Das hat jetzt ein Ende. So macht das Bloggen nämlich keinen Spaß und keinen Sinn. Ich werde natürlich immer mit so etwas rechnen müssen, aber ich muss es nicht verstehen und nicht akzeptieren. Kritik trifft mich - manchmal mehr und manchmal weniger. Aber das darf es auch, denn ich bin ein Mensch und kein Eisblock, Aber ich werde zukünftig versuchen weniger an mir selbst Zweifeln und meine Gedanken wieder mehr mit euch zu teilen.

Ich möchte auf keinen Fall auf meinem Blog, bei Instagram oder sonst wo Komplimente sammeln oder nur Mitgefühl, Mitleid und Zuspruch von euch entgegen gebracht bekommen. Aber wenn nicht nach einer Meinung gefragt wird, müsst ihr sie einem auch nicht aufzwingen. Punkt.


Kommentare:

  1. Schön geschrieben! Sehe ich im Großen und Ganzen genauso. Aber manchmal lese ich auch Einträge, die ich als provokativ deute, bzw. die so selbstverliebt sind, dass ich dann nicht mehr weg klicken kann. Dennoch versuche ich, Kritik sachlich und höflich zu formulieren, Respekt muss sein! Ich will mein Gegenüber meist auch gar nicht verbessern, sondern einfach einen Denkanstoss geben. Das sollte eigentlich genügen.

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  2. Leider schafft die Anonymität im Web auch häufig Grenzen ab. Ich lese sehr gerne verschiedene Standpunkte zu kritischen Themen

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  3. Ich finde negative Kommentare auch nicht ok. Kritik an sich ist ja total ok. Habe ich eine andere Meinung sage ich das auch gerne mal. Aber versuche dabei informativ und sachlich zu bleiben. Einfach um vllt einen kleinen Einblick in meine Meinung zu geben oder jemandem, der es ähnlich sieht, die Möglichkeit zu geben weiter zu informieren. Letztendlich machen wir alle unsere eigenen Entscheidungen aber ich finde es auch informativ für mich, zu sehen wie es andere machen und auch abzuwägen ob und warum ich das vllt nicht so machen würde.

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